• Feuerwehr St. Leonhard/F

Erneut Hochwasseralarm in St. Leonhard

Am 22. August 2020 wurden die Feuerwehren St. Leonhard und Ruprechtshofen um nach kurzem und heftigen Regenschauern zur Unterstützung der Einsatzkräfte nach Kilb alarmiert. Die Anfahrt war bereits durch Hangwasser auf den Straßen nur erschwert möglich, aber im Ort selbst zeigte sich dann erst das wahre Ausmaß des Unwetterereignisses. Bei immer noch anhaltendem Regen schoß Wasser von allen Seiten auf die Straßen und in die Keller Kilbs und der umliegenden Siedlungen.


Nachdem aufgrund der Lage Auspumparbeiten schlicht nichts bewirkt hätten und sich die Lage im eigenen Einsatzgebiet zuspitzte, setzten sich unsere Mitglieder wieder nach St. Leonhard in Fahrt.

Der Mank-Fluss war bis 18:30 innerhalb von nur einer Stunde um fast 3m gestiegen, und der Melk-Pegel zeigte ebenfalls eine stark steigende Tendenz. Den Scheitelpunkt von 2,80m erreichte sie beim Pegel Rottenhof nach nur zwei Stunden um 19:30. Unsere Einsatzkräfte bauten mit Hochdruck den Hochwasserschutz im Melkfeld auf, pumpten Keller aus und erkundeten immer wieder die Lage im Bereich der Brücken. Weiters war bei Pöllendorf ein PKW zu bergen, der in den Fluten zu stehen kam. Im Laufe der Abendstunden wurde weiters die FF Brunnwiesen und Mannersdorf zur Unterstützung angefordert.

Während die Melk bereits wieder leicht fallend war, spitzte sich die Lage beim Mank-Fluss weiter zu. In Gassen schoss bereits Wasser über die Brücke, und jene Häuser, die bereits beim Juni-Hochwasser betroffen waren, wurden erneut stark in Mitleidenschaft gezogen. Leider waren bei diesem Ereignis allerdings auch weitere landwirtschaftliche Objekte betroffen.

Am darauf folgenden Tag begannen um 07:00 die Aufräumarbeiten, wobei auch wieder die FF Brunnwiesen und Mannersdorf zur Unterstützung angefordert wurde. Die Arbeiten dauerten bis in die Nachmittagstunden.


Einige Zahlen zum Einsatz:

* es wurden mehr als 15 Paletten Sandsäcke mit gesamt ca. 1000 Sandsäcken verarbeitet

* es standen 100 Mitglieder im Einsatz

* es wurden ca. 600 Einsatzstunden aufgewendet

* Pegel St. Haus: Pegelanstieg von 2,80m innerhalb von nur einer Stunde

* Pegel Rottenhof: Pegelanstieg von 2,80m innerhalb von zwei Stunden


Wir bedanken uns bei allen Helfern, und rufen dazu auf auch künftig keine Scheu zu haben den Notruf zu wählen.


1959, 2009 und nun bereits der zweite Hochwasseralarm im Jahr 2020. Auch wenn jedes dieser Ereignisse einen anderen Verlauf hatte, so kann dennoch niemand leugnen, dass die Zahl der Wetterextreme zugenommen hat. Auf ein trockenes Jahr folgt ein Sommer mit extremen Niederschläge. Die Feuerwehren der Gemeinde St. Leonhard sind gut aufgestellt, aber wohin Umweltsünden der Vergangenheit und Gegenwart, und damit begünstigte Wetterextreme noch führen, können wir leider nicht erahnen. Da kann man nur auf Umweltbewusstsein, Hausverstand, Eigenverantwortung und Zivilcourage eines jeden Mitbürgers und einer jeden Mitbürgerin appellieren.